Blasenentündung (Zystitis) beim Hund

Tipps

Ein kleiner Hund sitzt auf einem Gartentisch und lacht in die Kamera

Blasenentzündungen entstehen am häufigsten durch eine bakterielle Infektion. Bakterien steigen durch die Harnröhre in die Blase auf und verursachen dort eine Entzündung. Die sichtbaren Folgen sind häufiger, oft erfolgloser, Harndrang, Blut im Urin, Schmerzen beim Urinieren.

Eine erste vorbeugende Maßnahme: Verbannen Sie den Befehl: „Sitz“ aus Ihrem Umgang mit dem Hund. Ein Hund, der zu Harnwegserkrankungen neigt, sollte nicht dazu aufgefordert werden, sich bei jedem Wetter (Regen und Schnee, nasser Boden) mit dem Hintern in den Schmutz zu setzen!

Achten Sie zu Hause darauf, dass Ihr Hund möglichst nicht auf kalten Fliesen etc. liegt. Warme und kuschelige Liegeplätze sind wichtig für Ihren Hund. Sollten Sie einen Hund haben der einfach gerne auf harten Böden liegt, dann sorgen Sie für eine dünne Isolierschicht zum kalten Boden z.B. mit einer Isomatte oder eine Dämmplatte (Styrodur) aus dem Baumarkt.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ausreichend trinkt. Die normale Flüssigkeitsmenge liegt bei ca. 50 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht des Hundes. Hunde die frisch gefüttert werden, nehmen einen großen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über das Futter auf. Sollte Ihr Hund zu wenig trinken, machen Sie ihm das Trinken attraktiv. Geben Sie etwas Brühe oder Joghurt ins Wasser. Manch einer findet auch etwas Karottensaft im Wasser toll. Probieren Sie es aus.

Regelmäßig die Möglichkeit geben Urin abzusetzen! Die ist äußerst wichtig für Hunde mit Blasenproblemen. Die Blase sollte häufig „gespült“ werden. Wenn der Urin zu lange in der Blase verbleibt, können sich die Bakterien wunderbar vermehren! Tagsüber mind. alle 2 – 3 Stunden in akuten Phasen, sonst spätestens nach 4 Stunden sollte der Hund die Möglichkeit bekommen sich zu lösen.

Der PH Wert des Urins eines gesunden Hundes liegt NÜCHTERN bei einem Wert von etwa 5 – 7,5. (saurer Bereich) Sie können sich in der Apotheke Teststreifen besorgen und den PH Wert des Urins morgens vor der ersten Fütterung messen. Wenn Sie dies tun, bitte immer einige Tag hintereinander um eine aussagekräftige Sammlung von Werten zu bekommen. Bakterien können sich in einem sauren Milieu nicht so gut vermehren, deshalb ist es wichtig darauf zu achten. Den PH Wert können Sie über die Fütterung positiv beeinflussen.

Wenn Ihr Hund an Harnsteinen leidet, sollte abgeklärt werden um welche Art von Steinen es sich handelt (z.B. Struvitsteine; Calcium-Oxalatsteine; Uratsteine) Struvitsteine kann man mit einer angepassten Fütterung auflösen. Bei anderen Steinarten ist dies in der Regel nicht möglich. Diese müssen häufig operativ entfernt werden. Deshalb ist es wichtig vorzubeugen und es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Fütterung: Hunde mit Blasenproblemen sollten weitestgehend getreidefrei ernährt werden. Trockenfutter bitte komplett vom Speiseplan streichen. Der Flüssigkeitsbedarf bei Hunden die mit TroFu ernährt werden steigt immens an. Einfach gesagt, kann ein Hund gar nicht so viel trinken wie er müsste um die TroFu Brocken einzuweichen und die Blase noch genug zu spülen.

Idealerweise bekommt Ihr Hund rohes Futter, das heißt Fleisch und Gemüse/Obst. Sollten Sie sich mit der artgerechten rohen Fütterung Ihres Hundes auseinandersetzen wollen, kann ich Ihnen gerne weiterhelfen. Bitte sprechen Sie mich an!

Lebensmittel die Ihr Hund vermehrt fressen sollte: Hagebutten, Äpfel, Mangos und Zucchini.
Kräuter die Sie regelmäßig ins Futter geben können: Petersilie, Klettenlabkraut, Alfalfa, Wegerich, Eibisch

Anfangs können Sie das Gemüse/Obst kochen, da dadurch der Anteil der Oxalsäure noch weiter reduziert wird. Das ist später, wenn Ihr Hund keine Blasenprobleme mehr zeigt, nicht mehr nötig.

Im akuten Fall einer Blasenentzündung sollte der Urin angesäuert werden. Dazu können Sie Cranberry Saft (ungesüßt) aus dem Reformhaus in etwas Quark einrühren und immer wieder einen Teelöffel übers Futter geben.

Darmflora
Bei immer wiedekehrenden Blasenentzündungen deren Ursache scheinbar nicht zu finden ist, lohnt es sich nach dem Darm zu schauen. Eine aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora hat häufig immer wiederkehrende Entzündungen in anderen “Schleimhäuten” des Körpers zur Folge. Dazu kommt, dass  die Tieren in der Regel schon häufige Antibiotika Gaben hinter sich haben und die Darmflora dadurch zusätzlich geschädigt ist. Ein gezielter Aufbau der Darmflora kann hier oft weiterhelfen.

Homöopathische Selbstbehandlung
Wenn Ihr Auto einen Motorschaden hat, dann gehen Sie damit in die Werkstatt. Dort finden Sie Fachleute die sich mit Motoren auskennen. Wenn Ihr Computer nicht mehr funktioniert, bringen Sie ihn zu einem PC Spezialisten – der kennt sich mit Computern aus. Wenn Ihr Hund häufigere Blasenentzündungen hat, sollten Sie nicht versuchen mit homöopathischen Mitteln selber zu Therapieren. Gehen Sie zu einem Fachmann der sich mit den unglaublich komplexen Geschehen im Körper von Lebewesen auskennt.

Diese Tipps ersetzen nicht den Besuch bei einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt, sondern sind therapeutisch begleitende Maßnahmen!

Herzlichst Ihre
Claudia Hahn

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