Rohfütterung kurzgefasst

Rohfütterung für Hunde – kurzgefasst

So wie Sie auch bei sich selber auf Abwechslung im Speiseplan achten, um sich möglichst ausgewogen zu ernähren, sollten Sie das auch bei Ihrem Hund tun. Sie brauchen keinen Plan, nach dem Sie grammgenau die Zutaten abwiegen. Das tun Sie für sich doch auch nicht, oder? Nachfolgend ein kleiner „Fahrplan“ für den Einstieg in das naturbelassene, gesunde Füttern unserer Hunde:

Die Menge:

Bei einem gesunden Hund mit normaler Auslastung gehen sie von einer Futtermenge von ca. 2 % des Körpergewichts aus. (Bsp.: Gewicht Hund 20 kg davon 2 % = Gesamtfuttermenge am Tag 400 g) Bewegt sich ihr Hund sehr viel, erhöhen Sie die Menge, bewegt sich Ihr Hund eher wenig, verringern Sie die Menge.

Die Verteilung der Menge an Fleisch und Gemüse bzw. Obst im Futter sollte bei ca. 70/30 liegen.

Die Zutaten:

Fleisch: Rind, Geflügel, Pferd, Ziege, Schaf, Wild (kein rohes Schweinefleisch), von diesen können Sie verfüttern: Blättermagen, Euter, Herz, Kehlkopf, Kopffleisch, Kronfleisch, Leber, Lefzen, Luftröhre, Lunge, Milz, Muskelfleisch, Niere, Pansen, Schlund, Stichfleisch. (Innereien nur 1x die Woche)

Knochen:

Brustbein, Schulter, Schwanz, Bein

Gemüse:

Karotten, Sellerie, Fenchel, Gurken, Zucchini, Kürbisse, alle Blattsalate, Keimsprossen,
Löwenzahn. Darauf achten, dass der grüne Gemüseanteil möglichst hoch ist. Unverträglich sind alle Kohlsorten, Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Auberginen) und Zwiebelgewächse (auch Lauch). Avocados dürfen nicht gefüttert werden, sie können für Hunde toxisch sein. Gemüse bitte immer pürieren (mit etwas Wasser im Mixer)um die Zellfasern aufzuschließen. Dazu geben sie am besten immer 1 – 2 TL Öl

Obst:

Alle Sorten. Zitrusfrüchte nur ab und zu und wenig.

Öle:

Fischöl, Hanföl, Leinöl (hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren) Borretschöl, Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl, Distelöl, Olivenöl, Maisöl und Sonnenblumenöl

Kräuter:

Brennnessel, Dill, Borretsch, Gänseblümchenblätter, Klee, Brunnenkresse, Löwenzahn, Malven, Petersilie, Schafgarbe, Spitzwegerich, Vogelmiere, Giersch, Hagebutten, Alfalfa, Brombeerblätter. Da Kräuter immer auch eine medizinische Wirkung haben, sollten sie nicht unbedacht in größeren Mengen gegeben werden.

Getreide:

Zu Getreide gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Da der Hund es aber mit seiner ursprünglichen Nahrung nicht aufnimmt, bin ich der Meinung, er braucht es nicht. Dazu kommt, dass Hunde Getreide nicht aufspalten können, da sie kein Mahlgebiss haben und auch keine Enzyme im Speichel für die Verdauung von Getreide. Es gibt viele Hunde, die mit Getreide gut zurechtkommen und es auch gerne fressen. Brauchen tun es Hunde eher nicht. Auf keinen Fall sollte man Getreide füttern bei: Krebserkrankungen, Allergien, Gelenkserkrankungen, Epilepsie oder auch Hefepilzbefall. Wenn Sie Getreide füttern wollen, sollten Sie es getrennt von der Fleischmahlzeit füttern. Der Grund sind die unterschiedlichen Verdauungszeiten der beiden Nahrungsmittel. Dies kann zu Blähungen und Verdauungsstörungen führen.

Milchprodukte:

Wenn es der Hund verträgt, ist es eine gute Fett- und Eiweißquelle. Hüttenkäse, Kefir, Buttermilch, Quark. (max. 5 % der Gesamtration)

Woher bekomme ich das Fleisch:

Das kommt ein wenig auf die Menge an die Sie für Ihr Tier benötigen. Für kleine Mengen können Sie das Fleisch ohne Probleme bei dem Metzger Ihres Vertrauens kaufen. Bei größeren Mengen können Sie z.B. über diverse Shops im Internet bestellen oder bei diversen Zoofachhandlungen. Wohnen Sie im Einzugsgebiet von Heidelberg können Sie Fleisch z.B. bei Tom’s Tierwelt (Eppelheimer Str 19) beziehen. In Mannheim erhalten Sie eine große Auswahl von frischem und tiefgekühltem Fleisch bei “Wolfsmenü” Katharinenstraße 5. Sie werden dort fachlich kompetent und freundlich beraten.

Am Stück oder gewolft?

Gibt man Fleisch am Stück, hat das den Vorteil, dass die Zähne des Hundes gepflegt werden, die Kiefermuskulatur im Training bleibt und es dem Hund auch einfach Spaß macht. Dazu kommt, dass Kauen beruhigt – ein toller Effekt für nervöse Hunde. Der Nachteil ist natürlich dass der Hund das Stück Fleisch auf dem Boden verspeisen wird und nicht jeder gern ein Stück rohes Fleisch auf dem Parkett haben möchte. Auch ist die Zufütterung von Ölen, Gemüse etc. dann schwieriger. Meine Hunde bekommen es mal am Stück und mal gewolft. So habe ich alle Vorteile vereint und die Hunde ihren Spaß.

Sie haben noch Fragen?

Kein Problem, ich gebe in regelmäßigen Abständen Abendseminare zum Thema Fütterung. Besuchen Sie einfach meine Website www.hahn-tierhomoeopathie.de
Das dauert Ihnen zu lange? Auch kein Problem, vereinbaren Sie mit mir einen Termin und ich berate sie individuell.

Noch viele interessante, wertvolle Informationen rund um das Thema Rohfütterung finden Sie auf der Website von Swanie Simon. www.barfers.de. Dort finden Sie auch einen online-Shop, in dem Sie Kräuter, Öle und Futterzusätze kaufen können.

Viel Freude beim gesunden Füttern Ihres Hundes
Ihre Claudia Hahn

Dieser Artikel ist samt Fotos unter einer Creative Common Lizenz veröffentlicht und lizensiert.